Liane Maria Ditze

Ich mach‘ mir die Welt
widdewidde wie sie mir gefällt.
(Pipi Langstrumpf)

Das war mein Motto als Kind und Jugendliche. Mein Anderssein befremdete meine Mitmenschen und so richtig passte keiner zu mir. Oder ich nicht zu ihnen. Und weil es eben nicht passte, war es dann auch irgendwann egal. Ich machte einfach, was mir Spaß bereitete und musste dann auch gar nicht mehr angepasst sein. Ich habe mutige Ausdrucksmöglichkeiten für mich gefunden und wurde dafür sicher von Manchem für meinen Wagemut bewundert.

Ich fühlte mich zu Menschen hingezogen, die besonders waren, mutig, gegen den Strich gebürstet. Konformität langweilte mich schon immer.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
(Seneca)

Und trotz dieser wunderbaren Veranlagung habe ich einen sehr angepassten Lebensweg eingeschlagen: Mit Banklehre, Wirtschaftsstudium, langjährigem Angestelltendasein. Meine Erziehung liess mich an dieser Stelle nicht mutig genug sein, um direkt Künstlerin zu werden. Aber das Anderssein war natürlich immer da und zeigte sich auch: Ich habe viele Jahre Theater gespielt in diversen Theatergruppen, habe auch eine theaterpädagogische Ausbildung gemacht.

In einem Künstler-Atelier in Frankfurt konnte ich mich auf großwandigen Leinwänden ausprobieren und war immer stolz, wenn ich ein Bild nach Hause trug.

Als junge Erwachsene gab es im Louvre in Paris ein Schlüsselerlebnis. Ich bekam Zugang zu ungeahntem, tief verborgenem Wissen: Ich konnten den Künstler dem ausgestellten Gemälde zuschreiben. Einfach so. Eine Neigung offenbarte sich, von der ich bisher noch nichts wusste.

Plötzlich hatte ich Zugang zu einem unbewussten Wissen, von dem ich keine Ahnung hatte. Ab dann baute ich mein Wissen über die wichtigsten Künstler aus, las Biografien, besuchte Ausstellungen, kaufte Bildbände.

Ich habe keine besondere Begabung,
sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.
(Albert Einstein)

Schmuckdesign kam recht spät in mein Leben. Mit meinem natürlichen handwerklichen Geschick habe ich die Grundlagen der Herstellung schnell gelernt.

Edelsteinkunde wurde bald zu einem Herzensthema mit viel Ehrfurcht davor, welch wunderbare Schätze die Natur hervorbringen kann. Besonders die Weiterbildung im Geologischen Institut in Idar-Oberstein war prägend.

Und schon hatte ich alle Zutaten zusammen, die die Charakterperle ausmachen: Kunst, Handwerk, Material.

Aber das wusste ich noch nicht so schnell. Erst als ich die Ausstellung von Leon Löwentraut – einem jungen, deutschen Künstler – besuchte, in der er die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in 17 Bilder umgesetzt hat, kam mir die Idee, eines Cross-Over von Kunst in Schmuck.

Ganz neue Welten erschlossen sich plötzlich: Die in den Gemälden verwendeten Farben als Edelsteine auszusuchen und so zu arrangieren, sodass Emotionen und Charakter des Bildes erkennbar werden. Eine Herausforderung, die oft viele Versuche braucht und dann häufig doch gelingt. Auf diese Weise entstehen neue Kunstwerke, die Frauen tragen können.

Ich fühle mich mit meinen Kundinnen verbunden durch die Liebe zur Kunst und die Freude an Kreativität.

Wir Charakterperlen befruchten und stärken uns gegenseitig auf schönste Weise und geben den schönen Dingen einen festen Platz in unserem Leben.